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Gezüchteter Nasenknorpel kann Knorpeldefekte in Gelenken heilen

 

Hintergrund:

Erste Studien haben gezeigt, dass gezüchteter Nasenknorpel fokale Knorpeldefekte im Knie heilen, die Beschwerden der PatientInnen lindern und so die Lebensqualität verbessern kann. Aufgrund dieser Studien wurde dem USB von der Swissmedic eine Befristete Bewilligung erteilt, die es nicht nur erlaubt, diese Patienten zu behandeln, sondern auch die klinische Indikation auf andere Gelenke (Schulter/Knöchel) und Arthrose auszuweiten.

 

Arthrose im Knie – Limitationen derzeitiger Behandlungsmöglichkeiten

Kniearthrose ist eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen und eingeschränkte Mobilität. Sie erschwert oder verunmöglicht alltägliche Verrichtungen und vermindert signifikant die Lebensqualität der Betroffenen. Weltweit leiden über 260 Millionen Menschen an Arthrose. Die zunehmende Lebenserwartung und der steigende Anteil übergewichtiger Menschen werden die Zahlen künftig noch steigen lassen. Derzeitige Behandlungen beschränken sich auf medikamentöse Schmerzbehandlung, Symptombekämpfung, Korrektur von Fehlstellungen oder – im Endstadium – auf den Einsatz eines künstlichen Kniegelenks. Obwohl letzteres grundsätzlich befriedigende Resultate zeigt, sind Komplikationen nicht ausgeschlossen. 10-15% der PatientInnen sind mit dem Ergebnis unzufrieden. Gerade bei jungen PatientInnen unter 60 Jahren wird versucht, ein künstliches Kniegelenk hinauszuzögern, weil die Zufriedenheit geringer ist und das Risiko besteht, im Lauf des Lebens nochmals operiert werden zu müssen.

 

Kniescheibenarthrose – Neuartiger Behandlungsansatz mit Nasenknorpel

Häufig beginnt die Kniearthrose mit der sogenannten Patellofemoralen Arthrose (PFOA), einer ausgedehnten Knorpelschädigung hinter der Kniescheibe, die sich dann zu einer generalisierten Arthrose ausweiten kann. Eine neuartige, auf körpereigenen Nasenknorpelzellen basierende Therapie könnte hier nicht nur die Symptome der PFOA lindern, sondern auch ein Fortschreiten der Krankheit verlangsamen oder verhindern. Gedacht ist diese Therapie als wichtige Alternative für jene, die für ein künstliches Kniegelenk zu jung sind, die aber mit schmerzlindernden Medikamenten alleine nicht mehr auskommen.

Für die Behandlung wird den PatientInnen unter Lokalanästhesie eine kleine Knorpelprobe aus der Nase entnommen. Die Zellen werden isoliert, vermehrt und auf eine Membran aufgebracht. Nach etwa 5 Wochen haben sich daraus zwei Knorpelgewebe von bis zu 20cm2 entwickelt. Diese werden den PatientInnen ins Knie implantiert, um die erkrankten Bereiche mit dem neuen Knorpel abzudecken. Nach der Operation werden weitere Nachuntersuchungen bis zu 2-Jahre postoperative durchgeführt, bei denen der Heilungsprozess analysiert wird. Dies erlaubt es wichtige Daten für weiterführende Studien zu gewinnen.

 

Weitere Behandlungen mit gezüchtetem Nasenknorpel unter der befristeten Bewilligung

  • Grosse Knorpeldefekte im Kniegelenk ohne fortgeschrittene Arthrose (Defekte > 4cm2 im Kniegelenk)
  • Wiederkehrender symptomatischer Knorpeldefekt im Kniegelenk (nach chirurgischer Erstbehandlung mit z.B. Bohrung oder Mikrofrakturierung o.a.)
  • Knorpeldefekte im Schultergelenk
  • Wiederkehrender symptomatischer Knorpeldefekt im Sprunggelenk (nach chirurgischer Erstbehandlung mit z.B. Bohrung oder Mikrofrakturierung o.a.)

 

Wichtigste Kriterien der Studien für die Aufnahme von Patienten

mit Arthrose der Kniescheibe (PFOA)

  • Symptomatische Kniescheibenarthrose mit Knorpeldefekt bis auf den Knochen (Grad 3-4 ISCRS)
  • Es liegt keine generalisierte Arthrose zwischen Oberschenkel und Schienbein (medial/lateral) vor

 

Grosse oder wiederkehrende Knorpeldefekte im Kniegelenk

  • Sie haben 1-2 Knorpeldefekte an der Femurkondyle, der Trochlea oder der Kniescheibe, die grösser als 4 cm2 sind und/oder bereits erfolglos chirurgisch behandelt wurden
  • Der Knorpeldefekt reicht bis auf den Knochen (Grad 3-4 ICRS)
  • Der Meniskus ist noch intakt oder mindestens zur Hälfte vorhanden
  • Es handelt sich nicht um einen kissing Defekt (Knochen auf Knochen) und es liegt keine Arthrose vor.
  • Das Knie wurde innerhalb der letzten 12 Monate nicht chirurgisch behandelt

 

Sprunggelenk

  • Symptomatische Knorpeldefekte, die bis auf den Knochen gehen (ICRS Grad 3-4)
  • Es liegt keine nachgewiesene Arthrose im Sprunggelenk vor.

 

Schulter

  • 1-2 symptomatische Knorpeldefekte bis auf den Knochen (ICRS Grad 3-4) von mehr als 2cm2 (auch nach wiederkehrenden Symptomen nach chirurgischer Erstbehandlung)
  • Es liegen keine Verletzungen der Rotatorenmanschette vor
  • Es liegt keine kalzifizierende Sehnenentzündung vor

 

Wenn Sie zwischen 18 und 65 Jahren alt sind, weitere Fragen oder Interesse haben, an dieser Behandlungsmethode teilzunehmen und die Kriterien auf Sie zutreffen, kontaktieren Sie uns bitte über das unten stehende Kontaktformular.

 

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